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Stand: 15.06.2016

Pressemitteilung

Fehlender Wohnraum ist eine Frage von Respekt und Würde

CZ Ludwigshafen im Aktionsbündnis WohnenBrigitte Deiters / Caritasverband Speyer

Auch das Caritas-Zentrum Ludwigshafen ist Mitglied des neu gegründeten "Aktionsbündnis Wohnen Ludwigshafen". Über Ziele und Hintergründe informierte Caritas-Mitarbeiterin Monika Oberfrank jetzt gemeinsam mit Dr. Charlotte Jurk und Christian Blumentritt, der als ehemals von Obdachlosigkeit Betroffener zu den Mitgliedern des Aktionsbündnisses gehört.

Der Anlass für die Gründung des Bündnisses liegt auf der Hand, sind sich Oberfrank und Jurk einig: "In Ludwigshafen fehlt bezahlbarer Wohnraum für Alle!" Dabei gehe es vor allem um Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen und für Leistungsempfänger oder Personen mit besonderem  Unterstützungsbedarf, für Geflüchtete, aber auch für Familien mit Kindern. "Wir wollen die einzelnen Bevölkerungsgruppe da nicht gegeneinander ausspielen lassen", betont Oberfrank, die im Caritas-Zentrum Ludwigshafen in der Allgemeinen Sozialberatung arbeitet.

Ein besonderes Anliegen ist dem Bündnis auch die Situation in den Einweisungsgebieten, die "menschenunwürdig" seien. Zudem habe das Thema auch eine gesellschaftliche Komponente, die auch Menschen mit mittleren Einkommen betrifft: Was kann von politischer Seite dagegen unternommen werden, dass Wohnraum zum Spekulationsobjekt werde? Wie steht es um die soziale Verantwortung von Wohnbaugesellschaften? Wird noch Wohnraum geschaffen mit Quadratmeterpreisen von etwa sechs Euro, denn dieser Preis wird vom Jobcenter als "angemessen" betrachtet für Menschen, die von hier unterstützt werden?

Das Aktionsbündnis deckt sich mit seinem Anliegen mit der Kampagne zum Thema Wohnungsnot des Deutschen Caritasverbandes unter dem Titel "Jeder Mensch braucht ein Zuhause". "Unsere ersten Schritte sind, dass wir uns informieren und Fragen stellen", betonen die Mitglieder des Bündnisses. Diese Fragen sind etwa: Wie sieht es in Ludwigshafen aus mit dem sozialen Wohnungsbau? Was passiert, wenn immer mehr Sozialbindungen auslaufen? Was kann die Kommune tun, wo liegen Zuständigkeiten von Land und Bund? Welche Möglichkeiten hat die Stadt, Anreize zu schaffen oder vielleicht selbst als Vermieter aufzutreten?

 "Wir wissen: Wir müssen viel recherchieren und analysieren, und auch mit den Betroffenen sprechen", sagen Oberfrank und Jurk. Einer dieser Betroffenen ist Christian Blumentritt. Der 27jährige weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, eine Wohnung zu finden. Lange genug hatte er seinen Schlafplatz bei Freunden und Bekannten auf der Couch. Aus den Unterkünften in den Einweisungsgebieten ging er genauso schnell wieder hinaus wie hinein: "Unhaltbar! Schmutzig, ungeheizt, keine Privatsphäre, und dann leben da Menschen mit psychischen Erkrankungen, die mit zwei oder drei Anderen ein Zimmer teilen müssen! Dann lieber auf die Straße", lautet sein Fazit.

Kontakte zur Stadtverwaltung hatte das Bündnis bisher nicht, "so weit sind wir noch nicht." Aber "konstruktiv und kritisch" werde das Auftreten sein, und "wir wollen auch an offiziellen Gremien beteiligt werden", sagen sie. Neben Informationsveranstaltungen plant das Bündnis auch Aktionen, so wie der Name des verspricht. "Aber darüber müssen wir uns erst noch verständigen."

Dabei ist den Beteiligten klar, dass es besonders im Hinblick auf Wohnraum "Lücken im System" gebe, und dass es bei diesem Thema um Würde und Respekt vor den Menschen gehe.

Info

Das nächste Treffen findet statt am Mittwoch, 14. November 2018, um 18 Uhr im  "Hausboot Ludwigshafen" in der Bahnhofstraße 30 statt.

Text und Foto: Brigitte Deiters für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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