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Stand: 15.06.2016

Pressemitteilung

Gut vorbereitet zurück in die Heimat

Seit rund drei Monaten bietet das Caritas-Zentrum Ludwigshafen im Netzwerk der Metropolregion Rhein-Neckar eine Rückberatung für Migranten an. Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass das Beratungsangebot stark nachgefragt wird.

Es war Anfang November, Diplom-Pädagogin Nadine Ladach hatte gerade erst richtig angefangen mit der Rückkehrberatung, da kam eine 49jährige Frau aus Iran zu ihr in die Sprechstunde: Erst im Sommer war sie nach einer einjährigen Reise in Deutschland angekommen; nun wollte sie dringend zurück nach Teheran, weil einer ihrer beiden Söhne schwer erkrankt war. Nadine Ladach recherchierte, organisierte und vermittelte eine sichere Heimkehr und eine Perspektive für den Neubeginn im Iran. Anfang Dezember reiste die Frau zurück, und nach einem Telefonat vor einigen Tagen weiß die Caritas-Mitarbeiterin: „Es geht ihr gut, sie ist dankbar, dass sie für sich sorgen kann. Das ist eine tolle Sache!“ Mit Hilfe einer finanziellen Unterstützung kann die Frau sogar ein eigenes Geschäft eröffnen.

Nadine Ladach arbeitet für das Caritas-Zentrum Ludwigshafen im Netzwerk der Metropolregion Rhein-Neckar in der Rückkehrberatung. Weitere Partner in diesem Netzwerk sind der Caritasverband Mannheim, der Caritasverband Neckar-Odenwald-Kreis sowie das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche Heidelberg. Offiziell läuft das Projekt im Netzwerk von Mai 2015 bis Ende April 2018. Birgit Andreas, eine der beiden Leiterinnen des Caritas-Zentrums Ludwigshafen, hat keine Befürchtung, dass es danach auslaufen könnte: „Der Bedarf ist zweifellos da. Noch während wir überlegt haben, wie wir das Beratungsangebot bekannt machen können, waren die ersten Anfragen bereits da.“

Tatsächlich hat Nadine Ladach seit November 29 Beratungen geführt und 17 Ausreisen in die Wege geleitet und begleitet. Dazu greift sie unter anderem auf Erfahrungen ihrer Kollegen im Netzwerk zurück. Sie recherchiert, wie sicher eine Rückkehr in die Heimat ist, ob Repressalien zu befürchten sind, welche Arten der Unterstützung benötigt werden, und organisiert die notwendigen Ausweispapiere sowie unter Umständen finanzielle Hilfen, damit die Rückkehrer auch wirtschaftlich wieder Fuß fassen können.

Dabei ist die Beratung stets ergebnisoffen, freiwillig und vertraulich – und unabhängig davon, ob ein Antrag auf Asyl hier eine Chance auf Bewilligung hat oder nicht, betont die Beraterin. „Wenn jemand unbedingt zurück möchte – selbst in ein Krisengebiet – dann doch besser gut vorbereitet und mit Unterstützung“, sagt Nadine Ladach. Und für Birgit Andreas ist klar, dass eine solche Perspektivenberatung helfen kann, „Pendelmigration“ zu vermeiden.

Gefördert wird Nadine Ladachs 60-Prozent-Stelle durch den Europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (Amif) und das Land. In Rheinland-Pfalz ist die Ludwigshafener Beratungsstelle neben den Maltesern in Mainz die einzige, die von einem Wohlfahrtsverband getragen wird; ansonsten sind diese Beratungsstellen bei den Städten und Kommunen angesiedelt.

Bildunterzeile:Mitarbeiterin Nadine Ladach arbeitet im Caritas-Zentrum Ludwigshafen in der Rückkehrberatung für Migranten.

Text und Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer / Brigitte Deiters

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer
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