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Stand: 15.06.2016

Pressemitteilung

Unterstützung für Kinder von suchtkranken Eltern

Sie heißen in der Fachsprache oft die „vergessenen Kinder“: Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Suchtfamilien. Für Viola Luther ist dieser Name passend. Die Sozialpädagogin leitet für das Caritas-Zentrum Ludwigshafen die Gruppe „Lukis“ sowie seit dem vergangenen Jahr auch eine Gruppe von jungen Erwachsenen, die in einer Familie aufgewachsen sind, in der mindestens ein Elternteil Alkoholprobleme hat beziehungsweise hatte. Die Gruppe hat sich bei der Coa-Aktionswoche im vergangenen Jahr bei einer Filmvorführung zusammengefunden.

Die Kindergruppe ist offen für bis zu zehn Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren. Derzeit sind es sechs bis acht Teilnehmer. Die Kinder kommen gerne – aber es ist schwer, sie zu erreichen, weiß Viola Luther: „Das Angebot ist sehr hochschwellig für Eltern“, räumt sie ein. Sie müssen ihr eigenes Suchtproblem sehen und offen zugeben,  und sie müssen  dann auch noch den Kindern „erlauben“, darüber zu sprechen. Manchmal sprechen die Eltern sie oder ihre Kollegen von der Suchtberatung direkt an, viele finden aber über ein „Helfersystem“ den Weg zu der Gruppe.

Für die Kinder ist die Teilnahme an dem Gruppenangebot dann umso hilfreicher – vom ersten Mal an. „Es ist für sie ein toller Aha-Effekt, wenn sie hören, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind, dass auch andere Kinder eine Mama oder einen Papa haben, die Alkohol trinken.“ Und wenn ein anderes Kind davon erzählt, dass alles wieder gut werden kann, dann macht das den betroffenen Kindern besonders viel Hoffnung.

Die Treffen beginnen mit einer Befindlichkeitsrunde, in der die Kinder alles ansprechen dürfen und sollen, was in der zurückliegenden Woche für sie bedeutsam war. Anschließend wird gespielt und gebastelt und damit zugleich ein Thema behandelt. Die Kinder spielen gern, hat Viola Luther gemerkt: „Es ist schön für sie, dass sie Kind sein dürfen, dass sie laut sein dürfen und für niemanden Verantwortung übernehmen müssen.“

Die Gruppe trifft sich im Lusanum. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen ist es für Viola Luther ein schöner Ort, und vor allem können die Eltern ohne Scheu dort hingehen: „Sie können ja einfach sagen, sie haben einen Arzttermin.“

Auch die Gruppe junger Erwachsener profitiert von dem Caritas-Angebot einer Gesprächsgruppe. „Eine 21jährige Frau hat mir gesagt: Ich habe noch nie darüber geredet“, berichtet die Caritas-Mitarbeiterin. Nachdem im vergangenen Jahr der Film „Liebe und Hass“ im Caritas-Zentrum gezeigt wurde und eine Liste auslag für Interessenten an einer Nachbesprechung, fanden sich spontan fünf junge Frauen. „Das hat von Anfang an gepasst“, freut sich die Sozialpädagogin.

Ihr Ziel: Die jungen Frauen können offen miteinander sprechen. Dabei stehen aber nicht ihre schlechten und schlimmen Erfahrungen im Mittelpunkt, sondern die eigenen Ressourcen, um mit ihren Erlebnissen und ihrer jetzigen Lebenssituation umzugehen. „Die Frauen waren sehr erstaunt, wie viele Stärken sie haben“, erzählt Luther. Sie unterstützen sich und überlegen gemeinsam, wie sie sich selbst schützen können, wie sie bei Problemen abschalten und sich selbst etwas Gutes tun können. Einmal im Monat treffen sie sich – für sie alle eine ganz wertvolle Zeit, weiß Mitarbeiterin Viola Luther.

Kontakt :
Caritas-Zentrum Ludwigshafen
Ludwigstraße 67-69
67059 Ludwigshafen

Ansprechpartnerin:
Viola Luther,  Telefon 0621-598020 und E-Mail:  
viola.luther@caritas-speyer.de

Text und Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer / Brigitte Deiters

 

 

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