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Stand: 15.06.2016

Pressemitteilung

“Vor die Tür gehen und die Menschen fragen“

Vor fast genau zwei Jahren hat die Pfarrei Hll. Petrus und Paulus ihr pastorales Konzept verabschiedet. „Die Bereiche Liturgie und Katechese haben wir darin gut formuliert und ausgearbeitet“, meint Diakon Hubert Münchmeyer, „aber der Bereich Caritas fehlt noch.“ Das soll sich nun ändern.

Gemeinsam mit Claudia Möller-Mahnke, im Caritas-Zentrum Ludwigshafen für den Bereich Gemeindecaritas verantwortlich, hat Münchmeyer an einer Tandemfortbildung teilgenommen. Inhalt: „Neue Wege der Kooperation von Caritas und Pastoral“.
Dabei ist beiden wichtig zu betonen, dass es in der Pfarrei durchaus Caritaskreise gibt, die vor allem durch zahlreiche Besuchsdienste wertvoll aktiv sind. Sie sollen erhalten bleiben – aber: „Wir müssen auch schauen, wo es darüber hinaus Bedarf gibt.“

Hubert Münchmeyer, Diakon,  und Claudia Müller-Mahnke sitzen am Tisch. Hubert Münchmeyer, Diakon, und Claudia Müller-Mahnke, Verantwortliche für Gemeindecaritas, sind das Tandem, das in Passanten-Befragungen etwas herausfinden will über den Sozialraum rund um die Gemeinde St. Ludwig.

Als gutes Instrument, diese Bedarfe zu entdecken, bezeichnen Möller-Mahnke und Münchmeyer die Sozialraumanalyse. Wie eine „Sozialraumerkundung“ für diesen Zweck aussehen kann, haben sie selbst bei der Fortbildung erlebt. Verschiedene Kleingruppen machten sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Fragen auf den Weg. Die Ergebnisse wurden anschließend zusammengetragen und ergaben wie bei einem Mosaik ein gutes Bild. „Es gab Passanten-Befragungen, und es wurden Menschen befragt, die eine Funktion innehaben. Wir haben Spaziergänge gemacht und einfach wahrgenommen, was es gibt“, zählt Möller-Mahnke die einzelnen Mosaiksteinchen auf.
Sie sagt nach dieser Erfahrung: „Das hat mir Lust gemacht, so etwas für Ludwigshafen zu machen!“ Sie ist begeistert von der Erfahrung mit Passanten, die gerne Auskunft gegeben haben über ihren Stadtteil, sowie von deren Offenheit und Dankbarkeit, dass ihnen zugehört wurde.

Für Diakon Münchmeyer ist eine solche hörende Haltung wichtig für die Zukunft der Kirche - und vor allem für die Menschen in einem Sozialraum: „Wir müssen als Kirche aufhören, Macher oder Anbieter sein zu wollen, sondern Hörende“, betont er und verweist auf ein Buch, das er gelesen hat. Es trägt den Titel „Helft den Menschen leben!“
„Unser Ziel muss es sein, bei den Menschen anzusetzen, sie also zu fragen, was sie brauchen, wollen und denken“, sagt auch Claudia Möller-Mahnke. „Und dazu müssen wir uns trauen, vor die Tür zu gehen.“ Sie macht aber auch deutlich: „Das kann ein langer Prozess werden, denn es geht nicht darum, mal wieder ein neues Projekt zu starten.“ Und deshalb dürfe es auch nicht das Ziel sein, als Kirche attraktiv zu werden in dem Sinn, „dass die Kirchen wieder voller werden.“
Als nächsten Schritt für den Sozialraum rund um St. Ludwig – denn viel größer soll er nicht sein – ist neben der Begehung die Gründung eines Caritasausschusses. Er soll künftig die unterschiedlichen caritativen Aktivitäten und Gruppen in der Pfarrei und im Sozialraum koordinieren und unterstützen.
Unterstützt und begleitet wird dieser Ausschuss von Claudia Möller-Mahnke. Denn zu ihren Aufgaben in der Gemeindecaritas zählt genau dies: dass Kirche aufmerksamer wird für verschiedene Formen von Not, die durch tatkräftige Hilfe ebenso gemildert werden kann, wie durch pastorale und seelsorgerliche Angebote.

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