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Stand: 15.06.2016

Pressemitteilung

Wertvolle Spende für „Mahlzeit LU“

Spendenübergabe im Heinrich Pesch Haus: (von links) Grazyna Cisowski, Klaus Fendel, Barbara Toro, Nadine Ladach, Andreas Massion, Josef Szuba und Ulla Janson.Spendenübergabe im Heinrich Pesch Haus: (von links) Grazyna Cisowski, Klaus Fendel, Barbara Toro, Nadine Ladach, Andreas Massion, Josef Szuba und Ulla Janson.Andrea Döring / Caritasverband für die Diözese Speyer

Chili sin carne, also Chili ohne Fleisch, gab es am Samstag bei der "Mahlzeit LU" im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen. Um halb zwölf standen bereits einige Menschen vor einem kleinen Holzhäuschen nahe der Einfahrt in der Frankenthaler Straße. Für jeden haben die ehrenamtlichen Helfer*innen bei der Essensausgabe eine Tüte mit zwei Behältern und etwas Brot. Bezahlen mussten die überwiegend männlichen Besucher nichts. 4000 Euro stecken - jedenfalls symbolisch - in der Tüte, die die "Mahlzeit LU" entgegennehmen konnte.

Das Geld stammt aus der Aktion "Eine Dudd für LU", die katholische Pfarrgemeinden, katholische Kindertagesstätten und das Caritas-Zentrum Ludwigshafen zusammen mit vielen Ehrenamtlichen im Pandemie-Jahr 2020 ins Leben riefen. Die Ehrenamtlichen, die bei der Spendenübergabe in die Hände klatschten, mussten an diesem Tag jedoch nicht mit anpacken. Für ihre Arbeit dankte ihnen die Caritas mit einer Feier. Auch ihnen servierte die Caritas unter anderem eine leckere Mahlzeit.

"Das Geld reicht nicht", erklärte Manfred Fetzer, warum er auf die warme Mahlzeit angewiesen ist. Von Montag bis Freitag isst er, was die Suppenküche der Apostelkirche auf den Tisch bringt. Samstags und sonntags kommt er ins Pesch-Haus. "Dafür, dass es vegetarisch ist, ist es sehr lecker", meinte er zum Essen. "Das ist gut für meinen Blutdruck", glaubt er. Anders als viele andere in der Schlange hat er wenigstens ein Zuhause. "Mahlzeit LU" verteilt an den Samstagen und Sonntagen, wenn andere Ausgabestellen wie die Tafeln oder die Suppenküche geschlossen sind, kostenlos jeweils zirka 100 warme Mahlzeiten am Tag.

Mit den 4000 Euro kann "Mahlzeit LU" die vier Adventswochenenden abdecken. "Ich merke mir, wie die Menschen heißen, frage, wie es ihnen geht", berichtet Grazyna Cisowski. Sie arbeitet nicht nur hauptamtlich im Bereich Soziale Betreuung bei der Caritas, auch in der Freizeit hilft sie. Bei ihr gibt es nicht nur heißes Essen, sondern auch ein paar freundliche Worte, gerne auch auf Polnisch. Für einige in der Warteschlange ist das die Muttersprache. Ein bisschen wie zu Hause können sie sich so fühlen. Die Bedürftigen geben den Ehrenamtlichen aber auch viel zurück. Koch Klaus Fendel erklärten sie mit Klebe-Stickern zum Sterne-Koch. Linsensuppe mit Spätzle war die erste Mahlzeit, die Fendel an der Spitze des Küchen-Teams für "Mahlzeit LU" kreierte.

Nach der Spendenübergabe sitzen die Ehrenamtlichen Kurt und Heide Wolf zusammen mit Pfarrer Josef Szuba (links) am Tisch und essen die liebevoll für die Ehrenamtlichen zubereitete Bohnensuppe.Nach der Spendenübergabe sitzen die Ehrenamtlichen Kurt und Heide Wolf zusammen mit Pfarrer Josef Szuba (links) am Tisch und essen die liebevoll für die Ehrenamtlichen zubereitete Bohnensuppe.Andrea Döring / Caritasverband für die Diözese Speyer

Andreas Massion, Leiter des Jugendfreizeitstätten Ludwigshafen, blickte bei der Spendenübergabe auf die Anfänge der Aktion "eine Dudd für LU" zurück. "Aus der Tür der Lukaskirche heraus haben wir die fertig gepackten Tüten ausgegeben", erinnert er sich. Einzelpersonen, Gruppen und Geschäfte haben Lebensmittel, Hygieneartikel und Geld gespendet. "Es ist der Geist, der es lebendig macht", ergänzt Barbara Toro, die Organisatorin die Aktion. Auch Ulla Janson, pastorale Begleiterin für die Kitas bei der Caritas, überreicht symbolisch etwas für die Seele. "Wir brauchen Menschen, die sich kümmern, mit offenen Augen und offenen Herzen", erklärt Nadine Ladach, kommissarische Einrichtungsleiterin des Caritas-Zentrums Ludwigshafen.

Kurt und Heide Wolf gehören zu diesen Menschen. "Ich wollte dem ältesten Teilnehmer das Brötchen aufschneiden, da hat der gesagt, dass das seine Arbeit sei", erinnern sich Kurt Wolf an eine Seniorenfreizeit in Ramsen. Selbstverständlich hat der ehemalige Chemielaborant das akzeptiert.  Für Essen und Getränke hat das Ehepaar, das selber schon in Rente ist, gesorgt, das Geschirr abgeräumt und auch mal Karten gespielt. Nach der Spendenübergabe sitzen sie zusammen mit Pfarrer Josef Szuba am Tisch und essen die liebevoll für die Ehrenamtlichen zubereitete Bohnensuppe. "Armenspeisung darf man das heute nicht mehr nennen", sagt der Pfarrer der Gemeinde "Heilige Katharina von Siena" zur Namensfindung von "Mahlzeit LU". Doch: "In den Armen begegnet man Christus", predigt er anschließend im Gottesdienst. Mit Mundart-Dichtung und Flötenklängen endete der Nachmittag für die Ehrenamtlichen. Auch für sie gab es zum Abschluss eine Tüte: Auf den Weg bekamen sie eine Kuchen-Dudd.

Text und Bilder: Andrea Döring für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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